Mittwoch, 20. Juli 2016

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"wie hast du deine depressionen überwunden? "wie kämpfe ich am besten gegen meine depressionen an?“

solche fragen und ähnliche lese und höre ich überall. 
dazu möchte ich ein paar worte sagen:

zuerst denke ich, dass es schwer ist den lebensumstand eines individuum einzukategorieren. aber nun gut, es ist doch leichter etwas mit einer überkategorie zu versehen. ob es nun für die betroffene person ist, dass man sich nicht wie ein/e irre/r fühlt und weiss das so etwas normal ist, oder auch für aussenstehende um einen leichteren zugang zu finden. aber darum soll es gerade garnicht gehen. 

menschen wollen euch erklären wie ihr die depressionen hinter euch zwingen könnt. wie ihr sie bekämpft und verdammt auf ewig. es gibt bestimmt viele von euch da draussen die an all diesen aufforderungen verzweifeln.  jene die doch wirklich alles tun wollen, dass es ihnen wieder gut geht, sie "normal" sind. ich persönliche kenne diese gedanken zumindest. aber was ist denn normal? als kind wusste ich noch nichteinamal, dass es so etwas wie depressionen gibt. ich dachte es sei normal so zu fühlen und zu denken wie ich es eben tu. mit dem alter haben sich die depressiven symptome verstärkt und ich habe mehr über diverse psychische krankheiten erfahren. ich habe versucht die depressionen mit allen mitteln zu bekämpfen. aber wenn man mit solch einer gefühlslage und auffassung auf dieser welt aufgewachsen ist weiss man selber garnicht wirklich was man da bekämpft und was bleiben soll. was bin ich? was sind die depressionen? natürlich spürt man bei großen schüben genau was da eigentlich in einem vorgeht. aber all die andere zeit? all die andere zeit sind die depressionen unterschwellig da, sie sind nie ganz weg. wie ein seidentuch welches sich zart über dein gemüt legt.

studiert eure psyche, legt euch euren eigenen kleinen werkzeugkasten der psyche an. lernt über all die verschiedenen werkzeuge welche euch mit euch selbst weiterhelfen können. lernt was ihr bei attacken tun könnt, aber in erster linie lernt wie ihr mit euren depressionen im alltag im bezug auf eure mitmenschen und euch selbst umgehen könnt. das ist ganz wichtig, versucht die depressionen nicht auszulöschen und nicht zu bekämpfen sondern versucht sie mit einzubinden. seht es nicht als den großen bösen feind welcher über euch schwebt und euch beherrscht, seht es als durchgehenden anstupser. zieht daraus eure kraft. denn glaubt mir, wenn man sich gezwungener maßen schon im frühen alter mit seiner selbst beschäftigen 'muss‘ erlangt man ganz andere erkenntnisse und eine enorme kraft welche sich in dir breit macht.

auf die frage „wie kann ich meine depressionen überwinden?“ würde ich also mit den worten antworten:
„versuche sie nicht zu überwinden, versuche sie lieben zu lernen. eigne sie dir als nie erschöpfbare kraft an stetig an dir zu arbeiten. wachse mit ihr über dich und deine depressionen hinaus. entscheide dich gegen den kampf und für akzeptanz und toleranz deiner selbst“ 

Kommentare:

  1. wirklich schön geschrieben und irgendwie auch wirklich sehr aufbauend.

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  2. Wow Ena, Ich bin jedes mal aufs neue beeindruckt wie du deine Gedanken ausdrücken kannst. Das klingt alles nach sehr viel lebenserfahrung! Du bist für mich wie so ein extrem weises vorbild:)! Bringst einem total zum nachdenken!

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